Vegetarisch/vegane Kinder

Vegetarische Ernährung für (Klein)Kinder

Bis vor wenigen Jahren wurde von Ärzten (die sich nie mit Ernährung befasst haben) behauptet, eine konsequente vegetarische Ernährung müsse zu diversen Mangelerscheinungen führen. Da mittlerweile viele Gesundheitsstudien über die vegetarische Ernährung existieren, gehen manche (fleischessenden) Ärzte dazu über, erwachsene Vegetarier nicht mehr zu verunsichern (da dies bei informierten Vegetariern sowieso kaum etwas nützt), sondern versuchen, junge Eltern, die schliesslich nur das Beste für ihr Kind wollen, davon zu überzeugen, dass eine vegetarische Ernährung bei Kleinkindern besonders problematisch sei.

Für diese Behauptung gibt es zwar keine haltbaren medizinischen Begründungen, jedoch existieren zu diesem Thema auch kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Diese Behauptung wird natürlich von der Fleischindustrie noch gefördert. Dennoch gibt und gab es glücklicherweise immer ein paar Ärzte, die sich mit der gesundheitlichen Auswirkung der Ernährung befasst haben (z.B. Dr. med. M. O. Bruker, Dr. med. M. Bircher-Benner, Prof. Dr. med. W. Kollath, Dr. med. O. Buchinger …). Sie alle kamen zu dem Schluss, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, ein Kleinkind mit Schlachterzeugnissen zu füttern, im Gegenteil, die Hormone (z.B. das Hormon, das in Todesangst im Schlachthof von den Tieren produziert wird), das tierische, artfremde Eiweiss, das viele Fett und die anderen ungesunden Stoffe im Fleisch können die geistige und körperliche Entwicklung des noch sensiblen Kleinkindes beeinträchtigen. Den fleischessenden Ärzten scheint auch nicht bekannt zu sein, dass sich weltweit viele Millionen Menschen von Geburt an rein vegetarisch ernähren, ohne deswegen je irgendwelche Krankheiten zu bekommen. Wenn es wirklich so schlimm wäre, ein Kleinkind vegetarisch zu ernähren, müsste z.B. die jahrtausendealte hinduistische Religion schon längst ausgestorben sein, da alle Anhänger dieser Religion nie in ihrem Leben Fleisch essen! Ich kenne übrigens auch in meinem Umfeld viele Menschen, die von Geburt an bereits vegetarisch leben, ohne irgendwelche Nachteile davon zu spüren.

Dafür, dass der Mensch biologisch ein Vegetarier ist, sprechen unter anderem folgende Unterschiede zu den fleischfressenden Tieren: zehnmal schwächere Magensäure, kleine Eckzähne, abgeflachte Backenzähne, gut ausgebildete Speicheldrüsen, um Früchte und Getreide vorzuverdauen, alkalischer, ptyalinhaltiger Speichel, langer Darm, fehlende Krallen. Es besteht also kein Grund, einem vegetarischen Lebewesen, egal in welchem Alter, Fleisch als Nahrung zu geben. Kinder haben im Übrigen von klein auf eine Abneigung, ihre Spielgefährten aufzuessen, bloss weil sie von den Erwachsenen als «Nutztiere» angesehen werden. Ihnen ist es unmöglich, solch eine radikale Unterscheidung zwischen dem eigenen Hund (Haustier) und dem Lamm (Nutztier) zu machen.
Noch einige Aspekte zur Säuglingsernährung: Wie der Name Säugling bereits sagt, ist die natürlichste und gesündeste Ernährung für das neugeborene Kind die Muttermilch. Mindestens im ersten halben Jahr ist also die Brusternährung des Kindes äusserst wichtig. Die Qualität der Milch kann ausserdem auch durch eine vegetarische Ernährung der Mutter deutlich verbessert werden (dies ist durch mehrere medizinische Untersuchungen eindeutig belegt.) Dies gilt besonders für die Umweltgifte, wie z.B. die Schwermetalle und Pestizide, die das Schlachttier während seines kurzen Lebens mit der Nahrung aufnimmt und im Körper ablagert (kumuliert).

Natürlich sollte man auch bei einer vegetarischen Ernährung auf Abwechslung achten. Es empfiehlt sich, dem Kleinkind bei der Entwöhnungsphase jeweils nur ein neues Lebensmittel für eine Woche zu geben (z.B. pürierte Bananen, geraffelte Äpfel, geraffelte Karotten, Kartoffeln, Vollkornschoppen, Mandelmus, Vollreis, Vollkornzwieback, nichtblähendes Gemüse, gekocht oder roh, fein geraffelt, mit Kartoffeln, kaltgepresstem Pflanzenöl etc.). Damit kann man bei jedem neuen Lebensmittel feststellen, ob das Kind es schon verträgt.
Zum Schluss sei ein Zitat einer Hebamme mit 50 Jahren Berufserfahrung erwähnt:
«Damit eine gute Geburt ohne Komplikationen möglich wird, sollte vor allem während der Schwangerschaft auf das Essen geachtet werden, d.h. wenig oder gar kein Fleisch, dafür umso mehr Früchte, Gemüse, Salate sowie Vollkornprodukte (Vollkornbrot) und Vollwertkost. Auch sollte eine salzarme Ernährung eingehalten und vor allem auf Schweinefleisch und Würste verzichtet werden. Bei Einhaltung dieser Regeln habe ich festgestellt, dass die Geburt rascher und besser verläuft.»

Buchtipps:
Dr. med. M. O. Bruker: Biologischer Ratgeber für Mutter und Kind, emu-Verlag, 328 Seiten, ISBN 3-89189-011-7.
Dr. med. M. Klaper: Pregnancy, Children, and the Vegan Diet, Gentle World, 109 Seiten, englisch, ISBN 0-9614248-2-6. Deutsche Übersetzung: Dr. med. M. Klaper: VivaVegan für Mutter und Kind, 1997, Okapi-Verlag, 115 Seiten, Fr. 19.– Umfangreiche Informationen zur veganen Kleinkind-Ernährung mit Rezeptteil.
Urs Hochstrasser: Kinderernährung lebendig und schmackhaft, Nietsch-Verlag, 76 Seiten, ISBN 3-929475-09-X. Über die vegane Rohkosternährung von Kindern. Mit vielen Rezepten. Der Autor ist selbst Vater von 2 (Rohkost-)Kindern und gibt schon seit vielen Jahren Seminare zur Rohkosternährung.
Sharon Yntema: Vegetarian Children – A Supportive Guide for Parents, McBooks Press, (englisch). Viel Wissenswertes zur vegetarischen Kinderernährung.
Weitere Infos zu diesem Thema im WWW:
Die Website für vegane Kinder und Eltern: Vegankids
Vegane Kinder: Neuste Erkenntnisse, Vegi-Info 2004/3
Eine vegane Familie, Vegi-Info 1997/1
Ein Erlebnisbericht: Natürliche Schwangerschaft mit vegetarischer Ernährung, Vegi-Info 2003/2
Schwangerschaftserbrechen, Vegi-Info 2000/2
Vegane Ernährung in der Kindheit vom Arbeitskreis vegane ErnährungswissenschafterInnen
VGÖ: Vegane Ernährung für Kleinkinder.
PCRM: Vegetarian Diets: Advantages for Children und als PDF.
The Vegetarian Youth Network.
Vegetarian Baby & Child Englischsprachige Zeitschrift für vegetarische Eltern mit Kleinkindern und die, die es werden wollen. Mit vielen interessanten Artikeln online.
Dr. McDougall: Vegan Diet Damages Baby’s Brain – Sensationalism!

Da immer wieder Berichte in den Medien veröffentlicht werden, die behaupten, dass ein Kleinkind wegen veganer Ernährung krank wurde oder gar gestorben sei, hat sich die Ärzteorganisation PCRM auch diesem Thema gewidmet:
Doctors Ask Reporters to Stop Misusing the “V” Word in Story about Undernourished Baby.
Parents Aren’t Really Vegan; Well-Planned Vegan Diet Is Safe, Healthy, and Superior to Other Eating Styles, Say Physicians.

Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Vereinigung für Vegetarismus (SVV)

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Von Silke Hermann, Claus Leitzmann, Universität Giessen
Der Stoffwechsel des Kindes unterscheidet sich in einzelnen Entwicklungsphasen wesentlich von dem des Erwachsenen. Dieses hat zur Folge, dass eine für Erwachsene als bedarfsgerecht erachtete Ernährung nicht gleichzeitig auch eine gute Ernährung für Kinder ist. So ist beispielsweise ein hoher Gehalt an Ballaststoffen in der Ernährung der Erwachsenen sehr zu begrüßen, während dies in der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern Probleme bereiten kann.

Der Magen von Kindern im Alter von ein bis drei Jahren nimmt pro Mahlzeit nur etwa 200-300 ml auf. Enthält die Nahrung viele Ballaststoffe, ist die in 200-300 ml enthaltene Energie so gering, dass unter Umständen der Energiebedarf des Kindes nicht gedeckt wird, je jünger das Kind und je höher die Wachstumsgeschwindigkeit, umso geringer muss das Volumen sein, mit dem Nahrungsenergie und Nährstoffe zugeführt werden. Der Energiebedarf liegt bei Kindern, bezogen auf Alter bzw. Körpergewicht, deutlich über dem des Erwachsenen. Außerdem benötigen Kinder, bezogen auf ihre Energiezufuhr, deutlich mehr Calcium, Vitamin D und Vitamin C.

Säuglinge

Ein Säugling verdoppelt sein Geburtsgewicht innerhalb der ersten fünf Lebensmonate. Da die geringe Magenkapazität des Säuglings nach dem Abstillen die Aufnahme großvolumiger Kost begrenzt, muss die Säuglingsnahrung pro Gewichtseinheit ausreichend Energie und Protein liefern. Muttermilch ist unter diesem Aspekt eine ideale Nahrungsquelle für die ersten vier bis sechs Lebensmonate. Gegen ein Zufüttern von Vollkorngetreide vor dem 6. Lebensmonat sprechen mehrere Faktoren. Erstens werden durch den Getreideanteil hohe Proteingehalte erreicht, was für die noch nicht voll funktionsfähige Niere des Säuglings eine Belastung darstellt. Zweitens ist das Zöliakie – Erkrankungsrisiko höher, wenn vor dem 6. Lebensmonat Vollkorngetreide gefüttert wird. Zöliakie ist eine Unverträglichkeit gegenüber dem Kleberprotein Gluten. Etwa 1 von 1000 Kindern besitzt die genetische Veranlagung, an Zöliakie zu erkanken.

Falls notwendig, sollten für die eigene Herstellung von Milchersatznahrungen Stärke oder glutenfreie Getreidearten wie Reis, Mais oder Hirse verwendet werden. Auf diese Weise würde auch einer Allergiedisposition für Weizenprotein vorgebeugt.

Frühestens ab dem 5. und spätestens dem 7. Lebensmonat wird die Einführung von Beikost notwendig, da Energie- und Nährstoffgehalt der Muttermilch dann nicht mehr dem Bedarf des Kindes gerecht werden. Befürworter vegetarischer Kostformen lehnen erwartungsgemäß fleischhaltige Beikost ab. Nach den Empfehlungen der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde ist der Eisenbedarf des älteren Säuglings jedoch ohne Fleisch kaum zu decken. Obwohl Vollgetreide relativ hohe Eisenmengen enthält, muss hier die geringere Bioverfügbarkeit des pflanzlichen Eisens berücksichtigt werden. Um die Eisenresorption zu verbessern, sollten Gemüse- und Getreidemahlzeiten mit Vitamin-C-haltigen Obstsäften ergänzt werden. Im Handel werden auch mit Eisen angereicherte Produkte angeboten, mit denen eine Verbesserung der Eisenversorgung erzielt werden kann. Die vegane Kost kann für den Säugling zu wenig Energie, essentielle Fettsäuren, Protein, Vitamin B12, Vitamin B2, Vitamin D, Calcium, Eisen und Zink enthalten, so dass das Risiko einer Nährstoffunterversorgung besteht. Außerdem ist die Nährstoff- und Energiedichte einer veganen Kost durch den hohen Wasser- und Ballaststoffgehalt gering.

Klein- und Vorschulkinder (1-5 Jahre)

Bei Klein- und Vorschulkindern ist der Nährstoffbedarf, bezogen auf das Körpergewicht, ebenfalls noch erhöht, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie bei Säuglingen. Lakto- und ovo-lakto-vegetarisch ernährte Kinder können ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Durch den Verzehr von Milch und Milchprodukten sind diese Kostformen nicht so ballaststoffreich wie eine vegane Ernährung. Neben Protein und Fett liefern Milchprodukte auch Calcium, Vitamin D und Vitamin B12, die bei einer veganen Ernährung zu den kritischen Nährstoffen zählen.

Schulkinder und Jugendliche (5-18 Jahre)

Bei Schulkindern nähert sich der Nährstoffbedarf immer mehr dem von Erwachsenen an. Ein starker Anstieg des Energie-und Nährstoffbedarfs begleitet dann erst wieder die pubertäre Wachstumsphase. Vegan ernährte jugendliche können mit Calcium, Eisen, Zink, Vitamin B12 und Vitamin D unterversorgt sein. Mit einer kritischen Eisenversorgung ist bei allen vegetarisch ernährten jugendlichen aufgrund des raschen Wachstums und der Zunahme des Blutvolumens zu rechnen. Engpässe in der Eisenversorgung sind vor allem bei Mädchen mit Einsetzen der Menstruationsblutung zu erwarten. Durch den Verzehr eisenhaltiger Nahrungsmittel (Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Vollgetreide) und eine gleichzeitig hohe Vitamin-C-Aufnahme kann die Eisenresorption gesteigert werden.

Fazit

Eine gut zusammengestellte lakto-(ovo)-vegetarische Ernährung ist in fast allen Entwicklungsphasen für Kinder und Jugendliche geeignet, den Nährstoffbedarf zu decken. Versorgungsdefizite können lediglich bei Eisen, Zink und Vitamin D eintreten. Die Bedarfsdeckung mit diesen Nährstoffen sollte durch geeignete Nahrungsmittelauswahl optimiert werden. Bei einer veganen Ernährung zählen zusätzlich Vitamin B12, Calcium und Protein zu den kritischen Nährstoffen. Im Einzelfall sollte die Möglichkeit einer Supplementierung überlegt werden. Die Ernährungsgewohnheiten festigen sich im Kindes- und Jugendalter und werden dann im Erwachsenenalter beibehalten. Deshalb ist es wichtig, in dieser Phase eine vegetarische Ernährungsweise zu praktizieren, die adäquate Nährstoffmengen liefert und als Dauerkost geeignet ist. Unter diesem Aspekt ist die lakto-(ovo)-vegetarische Ernährung zu empfehlen, sofern sie abwechslungsreich und bezüglich der pflanzlichen Eisen- und Zinkträger gut ausgewählt wird. Die bedarfsgerechte Zusammenstellung einer veganen Kost im Kindesalter kann jedoch Probleme bereiten und erfordert sehr genaue Kenntnisse über Nährstoffgehalte und deren Verfügbarkeit in verschiedenen Lebensmitteln.

Ganz wichtig für Kinder ist das gute Vorbild der Umgebung (Eltern, Verwandte, Lehrer usw.), das auch bei der Ernährung einen nachhaltigen Einfluss ausübt. Alle Erwachsenen sollten sich dieser Verantwortung bewusst sein und entsprechend essen und handeln, damit Hänschen lernt, was Hans nicht mehr schafft.

Leserbrief in natürlich vegetarisch 2-1999: Essen ist mehr als die Zufuhr von Nährwerten

Online-Redaktion weist auf folgenden Link hin:
Die ADA (American Dietetic Association) im Jahr 2003
“Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät “

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Wachstum und Entwicklung vegetarischer Kinder

Prof. Dr. em. Marcel Hebbelin

Wachstum und körperliche Fitness vegetarischer Kinder. Jugendlicher und junger Erwachsener: waren Gegenstand einer neuen Studie im flämischen Teil Belgiens.

Heutzutage wählt eine steigende Zahl Kinder und Jugendlicher eine vegetarische Ernährungsweise, weil sie entweder schon in einer vegetarischen Familie aufgewachsen sind, oder sich selbst dazu entschlossen haben.

Weit verbreitet sind Befürchtungen, dass eine Mangelernährung Wachstum und Entwicklung vegetarischer Kinder und Heranwachsender beeinflussen könnte, vor allem bei solchen Kindern, die streng vegetarisch (vegan) oder makrobiotisch ernährt werden. Jacobs und Dwyer (1988) haben sich ausführlich mit der ovo-lakto-vegetarischen Ernährung beschäftigt, und in jüngster Zeit (l 994) Sanders und Reddy. Die meisten der untersuchten Studien beschäftigten sich mit Kindern im Vorschulalter, nur wenige untersuchten Wachstum, Statur. Reife und körperliche Fitness von Kindern im Schulalter und Jugendlichen.

Zum Beispiel: In der sogenannten Farm Studie” (eine vegetarische Gemeinschaft in Tennessee) fanden O’Connell und seine Mitarbeiter heraus, dass die Körpergrösse von Kindern bis zu zehn Jahren, die in der vegetarischen Gemeinschaft aufgewachsen sind. durchweg unterhalb der US Vergleichszahlen lag. Im Gegensatz dazu konnte man in zwei Studien über Kinder der Siebten-Tages-Adventisten (SDA), die sich weitgehend vegetarisch ernähren, keine signifikanten Unterschiede in der Körpergrösse feststellen, ausgenommen männliche Schulkinder, die signifikant grösser waren. Nach der Kontrolle der Körpergrösse stellte man fest. dass Jungen und Mädchen der SDA-Schule schlanker waren als ihre vergleichbaren Altersgenossen in öffentlichen Schulen..

Da über das körperliche Wachstum, die pubertäre Entwicklung und die körperliche Fitness vegetarischer Kinder. Jugendlicher und junger Erwachsener nur sehr spärliche Daten vorlagen, haben wir eine Studie ausgearbeitet. die in einer Gruppe von insgesamt 82 Kindern (Gruppe A: 6-10jährige Mädchen und 6-12jährige Jungen ).Jugend-lichen (Gruppe B; 10-16jährige Mädchen und 12-18jährige Jungen) und jungen Erwachsenen (Gruppe C: 16-30jährige Frauen und 18-30jährige Männer) die durchschnittliche tägliche Aufnahme von Lebensmittel-cnergie untersuchte.

Die Studie untersuchte die Aufnahme von Nahrungsmittelenergie in einem 7-Tage-Ernährungsprotokoll, Körpergrösse und -gewicht (= Grösse), die Dicke der Hautfalten am Oberarm, am Wadenmuskel und in der Hüfte (= Fettindikator), Pubertätsanzeichen (Körperhehaarung. Brustentwicklung und erste Regelblulung bei Mädchen:

Körperhehaarung und Genitalienentwicklung bei Jungen) (= sexueller Reifegrad), die Kraft der Hände (=Greifkräfte), Weitsprung aus dem Stand (Sprungkraft der Beine). 30 sek. Situps (= Ausdauer der Bauchmuskelkraft) und ein dreiminütiger Lauftest (= Ausdauer der Herz-Lungen-Tätigkeit). Alle Resultate wurden mit entsprechenden Durchschnittswerten verglichen.

Ergebnisse:

Die Nahrungsenergieaufnahme der vegetarischen Kinder. Jugendlichen und jungen Erwachsenen lag weit unter den Vergleichswerten mit den grössten Unterschieden in der Gruppe der 15jährigen Jungen (n=4) und Mädchen (n=3), der 11jährigen Mädchen (n=3) und der männlichen jungen Erwachsenen (n=13). die nur 66%, 51%, 71% und 68% der jeweiligen Vergleichswerte erreichten. Trotz der geringeren Energieaufnahme. erreichten die vegetarischen Probanten eine normale Körpergrösse, waren jedoch schlanker (dünnere Hautfalten und niedrigerer Body Mass Index* . Dazu muss man anmerken, dass die empfohlenen Werte für die Nahrungsenergieaufnahme die durchschnittlichen Bedürfnisse von Einzelpersonen darstellen und als empirisch ermittelte (geschätzte) Durchschnittswerte für die Gesamtbevölkerung gelten. Weiterhin sind individuelle Unterschiede in der Nahrungsmittelausnutzung nicht berücksichtigt, wie sie in besonderen Bevölkerungsgruppen z.B. bei Vegetariern vorkommen.

Bei den Tests auf körperliche Fitness unterschieden sich die vegetarischen Kinder (Gruppe A) nicht von den vorgegebenen Werten. Die heranwachsenden Jungen und Mädchen jedoch (Gruppe B) und die jungen Erwachsenen (Gruppe C) erreichten geringere Werte beim Weitsprung und bei den 30 sek. Situps. Auf der anderen Seite erreichten die vegetarischen Probanden der Gruppe B (Jugendliche) und Gruppe C (junge Erwachsene) bessere Ergebnisse im Lauftest als die Vergleichsgruppe. Dieses letzte Ergebnis lässt vermuten, dass die vegetarischen Versuchspersonen über eine bessere Herz-Lungen-Kraft verfügten. In diesem Zusammenhang sollte daraufhin gewiesen werden, dass die sportlichen Aktivitäten der untersuchten Personen mehr auf Ausdauersport ausgerichtet waren. Darüber hinaus haben sicherlich auch der relativ niedrige Body Mass Index und die niedrigeren Hautfaltenwerte dazu beigetragen, dass die vegetarischen Probanden über eine bessere Herz-Lungen-Ausdauer verfügten.

Bezüglich der pubertären Entwicklung haben wir herausgefunden, dass (mit Ausnahme eines 12jährigen Mädchens, das der Entwicklung hinterherhinkte) die heranwachsenden Jungen und Mädchen (Gruppe B) ihre sexuelle Reife innerhalb des normalen Zeitrahmens erreichten.

Das durchschnittliche Alter bei der ersten Regelblutung (13.2 Jahre) entspricht der jüngsten Vergleichszahl (1990) von flämischen Mädchen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Ergebnisse der vorliegenden Studie die Auffassung bestätigen, dass eine lakto(ovo)-vegetarische Ernährung zu einer normalen körperlichen Entwicklung führt.
Im Vergleich mit den Durchschnittswerten sind die vegetarischen Kinder schlank, schneiden bei den Kraft-Tests etwas weniger gut ab, dafür aber in den Ausdauer-Tests um so besser.

* Bodv Mass Index = (Körpergewicht : Körperhöhe) ck

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